Der Winterrundgang und die Waldjugend

Tag der offenen Tür am neuen Standort der DWJ Berlin-Brandenburg

Bis spät in die Nacht wird auf dem Künstlerhof Frohnau gehämmert, gesägt, gewuselt und gebastelt. Morgen, am 3. Adventssonntag soll alles fertig sein. Für den Winterrundgang – dem Tag der offenen Tür des Künstlerhofs Frohnau. Mitten dabei: Wir – die Waldjugend Berlin-Brandenburg.

Seit etwa einem Jahr haben wir hier, umgeben von Natur und Kunst, ein neues Zuhause gefunden. Das hat unserem Landesverband enormen Aufschwung gegeben und wir fühlen uns wunderbar willkommen auf dem Hof. Und natürlich tragen wir auch beim Tag der offenen Tür zum Programm bei: Wir werden mit Klein und Groß Kerzen aus Bienenwachsplatten drehen und winterliche Gestecke basteln.

Pünktlich um 11 Uhr öffnet der Hof seine Pforten und (nur ein kleines bisschen) später sind auch wir fertig vorbereitet: Auf der kleinen Wiese nah am Eingang des Geländes steht unsere Jurte aufgebaut. Darin bollert ein Ofen und stehen Tische, auf denen Baumscheiben, Wachsplatten, Heißklebepistolen, Tannengrün, Trockenblumen, Hagebutten und vieles mehr drapiert sind. Die Bastler können kommen und der erste Ansturm lässt auch nicht lang auf sich warten. Die Idee kommt gut an; einige der Kinder kommen sogar mehrmals – schließlich reicht ein einzelnes Gesteck zum Schmücken einer ganzen Wohnung ja nicht aus.

Auch im vergangenen Sommer veranstaltete der Künstlerhof Frohnau einen Tag der offenen Tür und auch dort waren wir mit von der Partie. Damals hatten wir hübsche Schablonen mit verschiedenen Naturmotiven vorbereitet, mit denen man sich mit bunten Farben kreativ austoben konnte. Zusätzlich bastelten wir mit den Kindern Flöten und Panflöten aus Staudenknöterich. Ein voller Erfolg: bald hörte man an diesem Tag auf dem gesamten Gelände kleine Flötenkonzerte – mal als Solo vorgetragen, mal als Ensemble.

Damals wie heute verrinnt der Tag wahnsinnig schnell. Es bleibt kaum Zeit sich auf dem übrigen Gelände umzuschauen, obwohl auch dort so viel passiert. Es gibt ein Konzert, es gibt zu Essen, zu Trinken – und natürlich zu Schauen. Von Fotografie über Malerei, Plastiken und Keramikkunst, bis hin zur Puppenschneiderwerkstatt ist alles in den verschiedenen Ateliers vertreten. Viele Freunde, Gäste und Neugierige gehen auf Entdeckungsreise.

Wie für diese Jahreszeit üblich verabschiedet sich die Sonne recht früh, und das Gelände verwandelt sich: Entlang der Wege erstrahlen Teelichter, Fackeln und Kerzen, und zaubern viele Lichtpunkte in die sinkende Dunkelheit. Schön sieht das aus und lädt trotz der Dämmerung zum Noch-Bleiben ein. Auch in unserer Jurte werden nach wie vor fleißig Kerzen gerollt, zweige drapiert und Blüten geklebt. Etwa 35 Gestecke sind an diesem Tag entstanden und von stolzen Kinderhänden (oder Elternhänden) in die Wohnzimmer getragen worden.

Ein guter Tag, finden wir, als wir gegen 18 Uhr unsere Jurte schließen. Jetzt muss nur noch abgebaut und aufgeräumt werden. Das dauert. Bis spät in die Nacht. Aber das kennt man hier ja schon von gestern.

Bildquellen:

  • Winterrundgang am Künstlerhof Frohnau: DWJ / Farina